Beat Drittenbass
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Die autonomen Fahrzeuge von «AmiGo» sollen die Nutzung des öffentlichen Verkehrs noch weiter verstärken. Ab 2027 soll das Angebot für alle zugänglich sein.
Region Mit «AmiGo» baut PostAuto ihr Angebot im öffentlichen Verkehr auch ausserhalb ihrer Buslinien aus. Die Fahrzeuge, die insgesamt mit 36 Sensoren ausgestattet sind, sollen ab 2027 Fahrgäste eigenständig ohne Fahrer von A nach B transportieren. «Mit 'AmiGo' wollen wir unser Gesamtangebot in der Region noch weiter verbessern», erklärt Projektleiterin Franziska Schär. Die bis zu 25 «AmiGo»-Fahrzeuge sollen künftig den öffentlichen Verkehr dort ergänzen, wo die klassische Erschliessung durch den Busbetrieb an ihre Grenzen stösst.
Unterwegs sind die auffälligen gelben «AmiGo»-Fahrzeuge seit Dezember 2025. Gesteuert von einem Fahrer kartografierten sie mit den eingebauten Kameras und Sensoren Meter für Meter das Einsatzgebiet. «Unser Gesamtkonzept, das wir beim ASTRA eingereicht haben, umfasst rund 350 Seiten. Mit der Erteilung der Ausnahmebewilligung durch das ASTRA startet 'AmiGo' in eine neue Phase», unterstreicht Franziska Schär. Ab sofort dürfen die automatisierten Fahrzeuge im rund 80 km² grossen Einsatzgebiet in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Appenzell Innerrhoden automatisiert unterwegs sein. Zur Sicherheit sind derzeit noch
Fahrerinnen und Fahrer wie Mario Belosic an Bord. Sie können ihre Hände vom Steuer nehmen, weshalb man von einem «freihändigen Betrieb spricht. Bei Bedarf können sie das Steuer jederzeit auch wieder übernehmen.
Durch gezielte Eingriffe in den Betrieb des autonomen Fahrens wird die KI, welche das Auto mit den Sensoren durch den Strassenverkehr lenkt, stetig weiter geschult. «Diese Eingriffe lassen das System immer wieder auf neue Situationen reagieren», erläutert Marc Rüeder, Leiter Operations. Während der Fahrt hat Sicherheitsfahrer Mario Belosic seine Hände zwar stets neben dem Lenkrad, jedoch muss er nur sehr selten bis garnicht in den autonomen Betrieb des «AmiGo» eingreifen. «Wir möchten den Nutzerinnen und Nutzern die höchstmögliche Sicherheit bieten», erklärt Marc Rüeder. Auch genau deshalb ist die Phase des «freihändigen Betriebs» so wichtig, um den weiteren Lernfortschritt der Technologie voranzutreiben. «Das Fahrzeug hält sich genau an die vorgegebenen Tempoangaben und Sicherheitsvorschriften», versichert Rüeder. So wird der Betrieb Schritt für Schritt und unter klar definierten Sicherheitsvorgaben umgesetzt. Während der kurzen Fahrt vom Depot an der Schöntalstrasse über die Elsenackerstrasse zur Bahnhofstrasse und über die Rorschacherstrasse wieder in Richtung Elsenackerstrasse zurück zum Depot fällt auf: Das Auto fährt extrem ruhig und hält auch dann an, wenn jemand dem autonomen Fahrzeug den Vortritt nimmt. «Momentan wird pro autonomem Fahrzeug ein Sicherheitsfahrer eingesetzt. Später soll der Betrieb ohne Fahrer, dafür mit einem Remote Assistance Officer überwacht werden», erklärt Projektleiterin Schär. Diese werden anfangs 1:1 eingesetzt, stetig jedoch für die Überwachung mehrerer Fahrzeuge zuständig sein.
Als Technologiepartnerin stellt Apollo Go von Baidu die Fahrzeuge und das technologische Know-how bereit. Die Fahrzeuge sind mit über 36 Sensoren ausgestattet, darunter 12 Kameras, 4 LiDAR-Sensoren, 6 Radarsensoren und 12 Ultraschallsensoren. «Für PostAuto hat Sicherheit höchste Priorität: Erst wenn alle Sicherheitsnachweise vollständig erbracht sind, werde der Betrieb ohne Sicherheitsfahrerinnen und Sicherheitsfahrer aufgenommen», betont Marc Rüeder.
Bevor im nächsten Jahr der reguläre Betrieb der 25 Fahrzeuge mit Kundinnen und Kunden gestartet wird, erfolgt der Testbetrieb mit einer geschlossenen Nutzergruppe. Anschliessend sind - sofern alle Sicherheitsanforderungen erfüllt sind - erste Fahrten ohne Sicherheitsfahrerinnen und -fahrer geplant. Dann kann das «On Demand»-Angebot von PostAuto per App gebucht werden. Dort erhält die Kundin oder der Kunde einen Code, den er an der rechten Seite des Autos eingeben und das Auto nutzen kann. Im Fahrzeug selbst stehen dann verschiedene Einstellungen zur Verfügung um die Fahrt so komfortabel wie möglich zu gestalten. Jedes Fahrzeug vom «AmiGo» ist vollelektrisch und bietet Platz für bis zu drei Fahrgäste.
Von Manuela Müller
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